ENES - Experten-Netzwerk-Essstörungen Schweiz

Diagnostik

HausärztInnen, KinderärztInnen, ZahnärztInnen und GynäkologInnen sind bei der Früherkennung von Essstörungen besonders wichtig.

Besonders anfällig sind die folgenden Risikogruppen:

  • Junge Frauen mit niedrigem Körpergewicht
  • Unter- und normalgewichtige Patientinnen mit Gewichtssorgen
  • Frauen mit Zyklusstörungen oder Amenorrhö
  • Patientinnen mit Hinweisen auf Mangelernährung
  • Patientinnen mit Verdauungsbeschwerden
  • Patientinnen mit wiederholtem Erbrechen
  • Kinder mit Wachstumsstörungen

Besteht ein Verdacht auf eine Essstörung, so können folgende Fragen zur Abklärung hilfreich sein:

  • Wie zufrieden sind Sie mit Ihrem Essverhalten?
  • Gibt es etwas, das Sie ändern möchten im Hinblick darauf, was und wieviel Sie essen?
  • Beeinflusst Ihr Gewicht Ihr Selbstwertgefühl?
  • Machen Sie sich Sorgen wegen Ihrer Figur?
  • Essen Sie heimlich?
  • Kommt es vor, dass Sie sich übergeben, wenn Sie sich unangenehm voll fühlen?
  • Machen Sie sich Sorgen, weil Sie manchmal mit dem Essen nicht aufhören können?

Überweisung

Bei begründetem Verdacht sollte die Patientin an eine/n spezialisierte/n FachärztIn für Psychiatrie bzw. Kinder- und Jugendpsychiatrie oder an eine/n FachpsychologIn überwiesen werden. Die Diagnose einer Essstörung wird anhand der diagnostischen Kriterien eines operationalisierten Klassifikationssystems wie ICD-10 oder DSM-IV gestellt. Zur weiterführenden Diagnostik dienen strukturierte Interviews und Fragebögen zur Selbsteinschätzung (wie z.B. der Eating Disorder Examination-Questionnaire (EDE-Q) zur Erfassung der spezifischen Essstörungspathologie bei Erwachsenen und Jugendlichen).