(M) ein
Körper...
Hungern - essen – brechen
M) ein Körper, eine matte, kalte, schwarze Hülle.
Gefüllt mit unendlich vielen Tränen.
Tränen, welche in dieser Gesellschaft keinen Platz
bekommen.
Stumm begleiten sie mich im Alltag.
Warten auf die Stunde, in der sie aus meinem
Körper, dieser schwarzen Hülle hinaus sprudeln
können. Hinaus in die Freiheit! Weit über den
Horizont hinaus, völlig unbeobachtet würden sie in
die Zukunft schweben - weiter und weiter. Frei und
glücklich würden sie sein...
10. Februar 2003
Hallo.........
Ich weiss nicht was ich machen soll......
.......Ich werde jetzt 14 Jahre alt und befürchte dass ich an Bulimie erkrankt bin...
ich habe den Verdacht jetzt schon seit ein paar Monaten....
immer wenn es mir nicht gut geht und ich unter Druck stehe will ich nichts mehr essen,
sobald ich Etwas esse wird mir schlecht und selbst wenn mir nicht schlecht wird,
habe ich das Verlangen Alles wieder auszubrechen....
ich versuche mir das Essen wieder herauszuwürgen und stecke mir manchmal den Finger in den Hals....
...immer wenn ich mal ein Kilo zugenommen habe, denke ich krampfhaft daran,
dass ich das unbedingt wieder abnehmen muss. Ich esse dann weniger und komme mir dick vor....
...eigentlich finde ich mich selber schon zu dünn, obwohl das mit 50 kg bei 1,6 7m ja noch geht aber trotzdem...
mir sagen immer Alle, dass ich zu dünn bin und ich finde das selber auch...
aber egal was ich versuche ich kann so viel essen wie ich will, ich nehme einfach nicht zu und wenn ich dann zunehme, finde ich mich sofort wieder zu dick...
....es ist komisch: an manchen Tagen kann manchmal in einer Stunde total viel essen,
in mich schütten und an den nächsten Tagen habe ich kein bisschen Hunger.
An diesen tagen würde ich am liebsten gar nichts essen, aber ich zwinge mich dann ein bisschen zu essen,
weil ich Angst habe, dass meine Eltern etwas merken könnten....
...ich traue mich einfach nicht mit jemandem darüber zu reden, selbst meiner besten Freundin habe ich noch nichts erzählt.....
ich habe so schreckliche Angst.............
Oktober 2006 (Name der ENES Administration bekannt)
Seit ca. einem Jahr habe ich Bulimie. Ich bin mit 19 Jahren Mutter
geworden, mein damaliger Freund war sehr gewalttätig. Irgendwie habe
ich mich aus dieser Beziehung erlöst. Doch diese Erfahrung hat mir den
Boden unter den Füssen weggezogen. Ich komme mit meinen Gefühlen nicht
klar, habe Angst, kein Halt und manchmal sehe ich keinen Ausweg mehr.
Das Erbrechen verschafft mir ruhige Momente. Beim Erbrechen sind die
Sorgen weg. Ich habe das Gefühl, nichts wert zu sein, nur akzeptiert zu
werden wenn ich dünn bin. Ich verstehe mich selber nicht, diese Gefühle
überfordern mich, ich kann nicht damit umgehen. Vor kurzem habe ich eine
Therapie angefangen. Die gibt mir einen gewissen Halt und ich fühle mich
nicht mehr so alleine mit dem Ganzen und kann endlich über meine Erfahrungen
reden. Das Erbrechen hilft mir, den Schmerz zu ertragen, den ich in mir habe.
Ich will mit dem Erbrechen aufhören und mich akzeptieren so wie ich bin. Ich
muss viel lernen über mich selber und stark bleiben für mich und meine Tochter.
Ich will diese Therapie durchziehen und sehe es auch als Chance an, die
Vergangenheit loszulassen. Den ersten Schritt zu machen ist nicht einfach
und auch der ganze Weg, gesund zu werden, ist nicht einfach. Doch versuchen
muss man es, wenn man etwas ändern möchte.
Das Leben ist zu kostbar. Liefert euch dieser Krankheit nicht aus sondern bekämpft sie!
21. Juli 2007 (Name der ENES Administration bekannt)
|